Am Abend des 6. Oktober 2024 fand feierlich das Eröffnungssinfoniekonzert der neuen Saison 2024–2025 des Niedersächsischen Staatstheaters statt. Das Konzert wurde gemeinsam vom Niedersächsischen Staatstheater und der International Culture Cooperations (ICC) veranstaltet und vom Zentralkonservatorium für Musik sowie der Technischen Universität Shanghai unterstützt. Es knüpfte nicht nur an die erfolgreichen Ergebnisse des „Chinesisch-Deutschen Internationalen Online-Musikfestivals 2022“ an, sondern erzielte auch einen großen künstlerischen Erfolg durch die meisterhafte Interpretation chinesischer Musikwerke.

Konzertprogramm
Das Konzert war reich an chinesischen Elementen. Insgesamt wurden vier Werke aufgeführt, darunter zwei aus China: Zum einen „Zwei Gedichte“ von Yao Chen für Orchester, zum anderen das große Pipa-Konzert „Westregion-Sinfonie“ (Seidenstraße) von Tang Jianping, mit Zhang Qiang als Solist. Die Dirigentin des Abends war die in Deutschland lebende junge chinesische Dirigentin Zhao Chunyi. Außerdem stammte die Mezzosopranistin Hou Zhenyi, die im letzten Werk, Berlioz’ „Sommernächte“, auftrat, ebenfalls aus China.
Das Konzert begann mit Mendelssohns Ouvertüre „Ein Sommernachtstraum“. Dieses romantische Meisterwerk zeichnet mit seinem leichten Rhythmus, den feinen Klangfarben und der präzisen Interaktion eine lebendige Welt der Elfen nach. Die junge Dirigentin Zhao Chunyi, deren sensibles Musikverständnis hervortrat, arbeitete eng mit dem Orchester zusammen und leitete geschickt die rhythmischen Wechsel des gesamten Stücks, was vom Publikum mit begeistertem Applaus honoriert wurde.

Dirigent: Junge Dirigentin Zhao Chunyi
Die kurze, feine Komposition „Zwei Gedichte“ entstand 2005. Das erste Gedicht trägt den Titel „Herbstliche Stille“, das zweite „Schöner Herbst“. Yao Chen verwendet die Melodie der ersten sechs Takte des mongolischen Volkslieds „Hirtengesang“ als zentrales Thema. Durch vielfältige Klangtexturen vermittelt das Stück die herbstliche Landschaft und die Stimmung eines einsamen Reisenden. Der Komponist zeigt mittels reich geschichteter Klangfarben und raffinierter Orchesterinstrumentation den einzigartigen Reiz der Fusion chinesischer und westlicher Musik. Das Orchester interpretierte diese beiden kurzen, aber tiefgründigen Werke mit großer Präzision und Ausdruckskraft.
Tang Jianpings „Westregion-Sinfonie“ entstand 2008 und ist ein weiteres herausragendes Pipa-Konzert nach „Frühling und Herbst“. Das Werk greift verschiedene Volksmusiktraditionen der Seidenstraße auf und vermittelt durch seine einzigartigen Melodien und kraftvollen Tanzrhythmen die Bewunderung für die glanzvollen historischen und kulturellen Leistungen dieser Handelsroute. Das deutsche Publikum war von dem besonderen Musikstil und der emotionalen Intensität der „Westregion-Sinfonie“ ebenso fasziniert wie von Zhang Qiangs virtuoser Pipa-Kunst. Deutsche Medien bezeichneten ihn als „emotionalen Auslöser“ der Aufführung, der eine kaum zu beschreibende künstlerische Anziehungskraft entfaltete. Nach stürmischem Applaus, der wie ein Herbststurm über den Saal fegte, spielte Zhang Qiang als Zugabe traditionelle Pipa-Stücke wie „Der hohe Mond“, „Der Löwe rollt den Stickball“ und „Hohe Berge und fließendes Wasser“ und entfaltete dabei den mandolinenähnlichen Klang der Pipa in voller Schönheit, was das Publikum in Staunen versetzte.

Flötelspieler Zhang Qiang spielt “Seidenweg”
Ein weiterer Programmpunkt des Abends war Berlioz’ „Sommernächte“. Die Mezzosopranistin Jenny Hou meisterte die emotionalen Nuancen des Werks – vom flüsternden Stillstand bis zum dramatischen Ausbruch – mit ihrer kraftvollen Stimme und ausdrucksstarken Interpretation. Das Publikum reagierte begeistert auf ihre brillante Darbietung. Als Zugabe präsentierte sie ein chinesisches Lied, um den chinesischen Zuschauern besondere Anerkennung zu erweisen.

Die Sängerin Hou Shong
Das von chinesischen Musikern geprägte Konzert war ein voller Erfolg und wurde von den Veranstaltern sowie den lokalen Medien einstimmig gelobt. Herr Samuel, der Leiter des Theaters, dankte den chinesischen Künstlern herzlich dafür, dass sie Hildesheim ein unvergessliches und beeindruckendes Konzerterlebnis ermöglicht hatten.

Musikkritiker von Eckhard Albrecht

Fotografie mit chinesischen Musikern nach dem Konzert
Das Konzert eröffnete nicht nur die neue Saison des tfn Philharmonie Orchesters prächtig, sondern setzte mit der glanzvollen Aufführung chinesischer Musikwerke zugleich ein neues Kapitel im kulturellen Austausch zwischen China und dem Westen auf internationaler Bühne. Dabei erlebte das Publikum nicht nur die reiche kulturelle Vielfalt der Seidenstraße, sondern spürte auch die interkulturelle Resonanz, die Musik entfalten kann.
Bildquelle: © Clemens Heidrich
Einige Quellen: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, Zentrale Musikhochschule







