Vom 26. bis zum 27. Mai besuchte der SeniorInnen-Chor aus Wien die Stadt Kunshan in der Provinz Jiangsu zu einem zweitägigen kulturellen und touristischen Austausch. Während ihres Aufenthalts besichtigten die Chormitglieder das Museum für alle chinesischen Opernkunstgattungen, die Altstadtruinen von Jinxi sowie verschiedene Schauplätze der ländlichen Revitalisierung. Darüber hinaus trat der Chor gemeinsam mit örtlichen Künstlerinnen und Künstlern auf und erlebte dabei einen besonderen interkulturellen Austausch zwischen der Kunqu-Oper und der traditionellen österreichischen Kunst.

Gruppenfoto des Chors in der Altstadt Jinxi (Jinxi, Kunshan)
Kunshan liegt im Südosten der Provinz Jiangsu zwischen Shanghai und Suzhou und ist eine typische Wasserstadt der Jiangnan-Region. Gleichzeitig gilt die Stadt als Ursprungsort der Kunqu-Oper, die häufig als „Urvater aller chinesischen Opern“ bezeichnet wird. Als leistungsstärkste Kreisstadt Chinas, die seit Jahren unangefochten an der Spitze der Rangliste der hundert besten Kreisstädte Chinas steht, legt Kunshan neben einer dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung großen Wert auf den Schutz des kulturellen Erbes sowie auf die enge Verbindung von Kultur und Tourismus. Orte wie der Tinglin-Park, die Altstadt Jinxi und das Ideal-Dorf Jijiadun haben sich zu bedeutenden kulturellen Wahrzeichen und beliebten Reisezielen entwickelt.


Stadtansicht von Kunshan – harmonisches Zusammenspiel traditioneller Jiangnan-Wasserstadt und moderner Stadtgebiete (Jinxi, Kunshan)


Fernansicht des Ideal-Dorfs Jijiadun mit Reisfeldern und Gästehäusern in stimmungsvoller Umgebung (Jinxi, Kunshan)
Am 26. Mai begann der Besuch mit einer Führung durch das Museum für alle chinesischen Opernkunstgattungen. Dort erhielten die Sängerinnen und Sänger einen umfassenden Einblick in die Entwicklungsgeschichte der chinesischen Oper und die Besonderheiten der verschiedenen regionalen Operntraditionen. Neben faszinierenden Opernvorführungen hatten sie auch die Gelegenheit, selbst in traditionelle Opernkostüme zu schlüpfen und unter Anleitung fachkundiger Lehrerinnen und Lehrer typische Bewegungen der Kunqu-Oper zu erlernen. Auf diese Weise konnten sie die besondere Ausstrahlung dieser Kunstform unmittelbar erleben. Anschließend besuchten sie den Tinglin-Park, das Gedenkhaus für Gu Yanwu und weitere kulturelle Einrichtungen und entdeckten dort das harmonische Zusammenspiel klassischer Jiangnan-Gärten und traditioneller Kultur.


Chormitglieder folgen den Erläuterungen im Museum für alle chinesischen Opernkunstgattungen (Kunshan)

Chormitglieder probieren Kunqu-Kostüme an und üben Bewegungen mit den fließenden Ärmeln der Opernkostüme (Kunshan)



Besichtigung des Tinglin-Parks und des Gedenkhauses für Gu Yanwu sowie weiterer kultureller Einrichtungen (Kunshan)
Am 27. Mai besichtigte der Chor zunächst die Ruinen alter Brennöfen in Jinxi und besuchte die Fotoausstellung „Gedichte, Gärten, Felder und Malerei – Heimweh nach Jinxi“. Dabei erhielten die Besucherinnen und Besucher Einblicke in die konkreten Erfolge der ländlichen Revitalisierung und in die Verbindung von Kultur und Tourismus vor Ort.
Bei der musikalischen Austauschveranstaltung im Ideal-Dorf Jijiadun präsentierten lokale Künstlerinnen und Künstler Instrumental- und Gesangsdarbietungen aus der chinesischen Volkskunst. Anschließend begeisterte auch der Senior Wien das Publikum mit mitreißenden Auftritten. Das gemeinsame Musizieren wurde mit großem und anhaltendem Beifall aufgenommen.
In der Altstadt Jinxi unternahmen die Chormitglieder außerdem eine Fahrt mit handgeruderten Booten durch die Wasserwege und erlebten eine spontane Darbietung der Xuanjuan-Erzählkunst, die in China als nationales immaterielles Kulturerbe anerkannt ist.

Besichtigung der Ruinen alter Brennöfen (Jinxi, Kunshan)


Besuch der Fotoausstellung „Gedichte, Gärten, Felder und Malerei – Heimweh nach Jinxi“ (Jinxi, Kunshan)

Improvisiertes gemeinsames Musizieren mit einer örtlichen Band im Ideal-Dorf Jijiadun (Jinxi, Kunshan)
Ein Chormitglied fasste die Eindrücke nach dem Besuch zusammen: „Kunshan zeichnet sich nicht nur durch eine florierende Wirtschaft aus, auch seine tief verwurzelte kulturelle Tradition hat uns weit über unsere Erwartungen hinaus beeindruckt. Als ich das Kunqu-Kostüm angelegt und die typischen Bewegungen erlernt habe, konnte ich die Faszination der östlichen Kunst unmittelbar erleben. Besonders die Begegnungen beim Lagerfeuerabend auf dem Land und entlang der Wasserwege der Altstadt ermöglichten einen unkomplizierten und herzlichen Austausch mit chinesischen Künstlerinnen und Künstlern – fast so, als würde man alte Freunde treffen. Diese aufrichtige Verbundenheit ist für mich unvergesslich.“

Erkundung der Altstadt Jinxi (Jinxi, Kunshan)


Gondelfahrt mit handgeruderten Booten durch die Altstadt Jinxi (Jinxi, Kunshan)
Der Besuch des österreichischen Chors ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Kunshan den internationalen kulturellen Austausch vorantreibt und die internationale Sichtbarkeit der Stadt stärkt. In den vergangenen Jahren hat Kunshan kontinuierlich neue Wege für internationale Kulturkooperationen erschlossen. Dabei verfolgt die Stadt eine Strategie des „Einladens aus dem Ausland“ und des „Hinausgehens ins Ausland“, erweitert stetig die Möglichkeiten des Kultur- und Tourismusaustauschs und unterstützt die internationale Verbreitung herausragender traditioneller chinesischer Kultur.

Gruppenfoto im Tinglin-Park (Kunshan)
Die International Culture Cooperations (ICC) aus Europa engagiert sich seit zehn Jahren kontinuierlich für den Aufbau einer Plattform für den künstlerischen Dialog und Austausch zwischen China und Europa. Die Organisation fördert aktiv vielfältige Kulturkooperationen und die gegenseitige Verständigung zwischen den Kulturen und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur Verbindung von Kultur und Tourismus, zur Vertiefung des internationalen Austauschs, zur innovativen Zusammenarbeit im Bereich Kunst und Kultur sowie zur Festigung der Freundschaft und des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Menschen verschiedener Länder.
Quelle einzelner Bilder: Kunshan Fabu






