Die Wu-Oper gilt als eines der „lebenden Fossilien“ des traditionellen chinesischen Theaters. Sie entstand in der Ming-Dynastie und vereint sechs bedeutende Vokalstile chinesischer Opern. Besonders charakteristisch ist ihr ausdrucksstarker Stil, der sowohl literarische Eleganz als auch akrobatische Kampfkunst („Wen und Wu“) verbindet. Das Zhejiang Wu-Opernensemble widmet sich seit jeher der Bewahrung und Erneuerung klassischer Opernwerke. Ihre Künstler:innen zeichnen sich durch eine exzellente technische Ausbildung aus. Boden- und Stocktechniken werden virtuos beherrscht und sind fester Bestandteil ihrer Darbietungen. Besonders spektakulär sind akrobatische Elemente wieder berühmte „Sprung und Fall über drei Tische“, der das Publikum stets ins Staunen versetzt.
Diese Oper basiert auf einer der bekanntesten chinesischen Volkssagen und erzählt die ergreifende Liebesgeschichte zwischen der Schlangengöttin Bai Suzhen und dem Gelehrten Xu Xian. Es ist eine Geschichte über Liebe, Freiheit, Loyalität, Opfer und das Ringen mit gesellschaftlichen Normen – Themen, die seit Jahrhunderten das chinesische Kulturbewusstsein prägen. Die künstlerische Gestaltung dieser Wu-Oper ist besonders eindrucksvoll: Die Kampfszene „Der Diebstahl der Unsterblichkeitskräuter” besticht durch fließende und atemberaubende Choreografien; Xu Xians „Dreizehn Stürze“ verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise die Verzweiflung und Hilflosigkeit eines einfachen Menschen in einer Welt übernatürlicher Mächte; Xiaoqings Schwerttanz verbindet mit großer Raffinesse die Kunst der klassischen Oper mit der Dynamik des chinesischen Kampfes, wobei kraftvolle und sanfte Elemente elegant miteinander verschmelzen.