Die Huai-Oper entstand aus der reichen Kultur der nordchinesischen Ebenen in Jiangsu, wurzelt in den Klangformen „Huai-Diao“ und „La-Diao“, die für ihre schmerzvoll-schönen, tiefgründigen Melodien bekannt sind. In ihren Gesängen spiegeln sich die Entschlossenheit und die Härte des bäuerlichen Lebens wider.
Das Huai-Opernensemble Yancheng zählt zu den führenden Gruppen, die sich um die Pflege und Weiterentwicklung dieser traditionsreichen Kunstform engagieren. Mit über sechzig Jahren Geschichte und tiefen Wurzeln in der lokalen Theatertradition verbinden die Künstler:innen klassisches Kulturerbe mit moderner Ästhetik, etwa durch innovative Bühnenbilder und zeitgemäße musikalische Arrangements, die alten Stücken neue Strahlkraft verleihen.
Die Darbietung „Die Legende von Zhao Wu Niang“ erzählt die tragische Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die nach dem Tod ihrer Schwiegereltern allein in die Hauptstadt reist, um ihren verschollenen Ehemann Cai Bojie wiederzufinden. In bewegenden Szenen wie „Karges Brot und kaltes Wasser“, „Das Abschneiden der Haare zum Gedenken an die Eltern“ und „Aufbruch zur Suche nach dem Gatten“ wird Zhao Wu Niangs leidvolle Reise lebendig. Hauptdarstellerin Cheng Hong, eine auf ernste Frauenrollen spezialisierte Nationalkünstlerin, verleiht der Figur mit starker Bühnenpräsenz und großer Ausdruckskraft eindrucksvoll Tiefe. Ihre Darstellung ehrt traditionelle weibliche Tugenden wie Treue und Familiensinn und lässt zugleich die leise Kritik am feudalen Wertesystem durchscheinen.
15.–16. November 2025
MuTh Konzertsaal, Wien, Österreich