Beheimatet in der Region Guangxi, wird die Gui-Oper im Dialekt von Guilin gesungen. Sie vereint den kräftigen Stil der Qi-Oper mit der Zartheit der regionalen Cai Cha-Melodien (Tee-Pflücker-Liedern) und spiegelt seit über 300 Jahren die kulturelle Vielfalt Südchinas wider.
Das Theater der Autonomen Region Guangxi legt großen Wert auf die Verbindung von traditioneller Bühnentechnik mit moderner Ästhetik. Besonders hervorzuheben sind die fein ausgearbeiteten Techniken der Wasserschleifen und des Fächerspiels mit kunstvoll geschwungenen Stoffbahnen und Fächern, die sich wie Wolken und Wind bewegen, mal ruhig und sanft, mal lebhaft und dramatisch. Die Schauspieler:innen vereinen technisches Können mit emotionalem Ausdruck und präsentieren so die ganze Bandbreite dieser Kunstform. Mit dieser Inszenierung wird das Publikum auf eine bewegende Zeitreise eingeladen. Sie führt hinein in eine poetische Welt voller Liebe, Trauer und Hoffnung.
Die Handlung basiert auf dem berühmten Vers des Dichters Cui Hu aus der Tang-Dynastie:„Die Pfirsichblüten schimmern wie das Antlitz jener, die einst hier stand.“ Sie erzählt die ergreifende Liebesgeschichte zwischen dem Gelehrten Cui Hu und der jungen Frau Du Yichun. Ihre Liebe überwindet selbst die Grenze zwischen Leben und Tod. Die Techniken des „Seelenschritts“ und „Geisterkostüms“ erwecken das Jenseits auf der Bühne zum Leben. Szenen wie „Das Gedicht an der Tür“ und „Rückkehr zum Pfirsichhain“ setzen die klassische chinesische Poesie in visuelle Dramatik um.