Martin Listabarth, ein in Wien geborener Musiker der 1990er Jahre, zählt zu den vielversprechendsten Vertretern der Wiener Klassik. Mit seiner einzigartigen Verbindung von klassischer und Jazz-Musik setzt er seine besonderen Stärken ein: Auf Basis einer soliden klassischen Ausbildung entfaltet er die Lebendigkeit des Jazz. Die Fusion dieser beiden Stile brachte ihm während seiner Solo-Tournee im April 2019 in Chengdu und Wuhan die Anerkennung von Tausenden chinesischen Zuschauern ein.



Am 12. Dezember veranstaltete die Europäisch-Chinesische Gesellschaft für Kultur, Bildung und Wissenschaft (ECCEES) im Musiksaal des Wiener Musikmuseums ein Konzert zur Veröffentlichung von Martin Listabarths Jazz-CD. Der ausverkaufte Saal belohnte den jungen Wiener Musiker und seine Werke mit anhaltendem Applaus.


Geht es bei einem Konzert darum, die klassischen Werke eines bestimmten Komponisten zu hören, oder die einzigartige Interpretation eines Musikers live zu erleben? Jeder Zuschauer findet hier seine eigene Antwort – und sein persönliches Vergnügen.

Über dieses Jazz-Konzert äußerte die in Wien lebende renommierte Musikkritikerin Chang Hui folgende Bewunderung: Martin Listabarths Jazzspiel trägt den Geschmack des deutsch-österreichischen Intellektuellen. Über der musikalischen Inspiration und fingertechnischen Meisterschaft steht eine typisch deutsch-österreichische Kontrolle: rational, rigoros, prägnant und gelassen.


„Heute Abend hörte ich ihm im Musikmuseum beim Jazzspiel zu, und während ich lauschte, dachte ich an die deutsche Literatur. Seine Jazzwerke tragen möglicherweise die Ästhetik von Thomas Mann, die Nostalgie Joseph Roths oder sogar die Poetik von Peter Handke, diesjähriger Literatur-Nobelpreisträger, in sich. Ob er Kindheitserinnerungen ausgräbt, seine nie gesehene Großmutter beschreibt, skurrile Nachbarn seziert oder vergangene Reisen rekapituliert – scheinbar gedankenvoll, bleibt es dennoch distanziert elegant, erhaben und unverwirrt.“


„Martins Jazz zeichnet sich dadurch aus, dass er innerhalb der klassischen Tonalität mit jazziger Synkopierung spielt.“



„Man erkennt, dass dieser begabte Absolvent der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien über ein solides klassisches Klavierfundament verfügt. Sein Repertoire reicht von Bach über Schumann bis Rachmaninow. Doch stellt sich die Frage: Ist ein klassischer Hintergrund für Jazz-Kompositionen vorteilhaft, oder beschneidet er die Fantasie? Der von mir sehr geschätzte, verstorbene österreichische Pianist Friedrich Gulda war ein Meister der Beethoven-Interpretation – und zugleich jazzverrückt. Sein Talent und seine Improvisationen waren außergewöhnlich, ein wahrer Enthusiast! Dennoch fand er letztlich keine umfassende Anerkennung seitens der Jazz-Profis.“


„Wie also steht es um den jungen Martin? Ein ganzer Abend voller Solo-Darbietungen – doch nicht ohne Interaktion mit dem Publikum, ausgelassen, aber nie wild, unaufdringlich und ganz ohne Hip-Hop-Elemente. Die Stimmung, die er erzeugt, ist die des Unausgesprochenen. Bis zum letzten Stück: „Welcome to Kenner Road!“ Humorvoll, scheinbar voller Ironie, messbar an Oscar Peterson, frei und unbekümmert, voller Schönheit in der Dissonanz und mit Spannung in jedem Sprung. Martin ist einfach ein Ausnahmetalent!“


„Nach dem Konzert wagte ich ihn zu fragen: Handelt dieses Stück von einer Hommage an die amerikanische Jazz-Tradition oder persifliert es die Wiener Innenstadt? Er grinste schweigend. Während des Konzerts hatte er kurz den Hintergrund erläutert: Oft kam er an einem Sportclub in seiner Nachbarschaft vorbei, in dem eine Gruppe liebenswerter und skurriler Wiener Seniorinnen und Senioren ihm Inspiration bot …“


„Martin – ein Konzert eines Einzelnen. Seine Musik ist zugleich für das Publikum gespielt und von ihm selbst interpretiert: klassisch, jazzig, selbstbewusst und originell – ein mehrfacher Genuss. Auf diese Weise bewahrt sein Leben seine Spannung und Erwartung.“


Wie gesagt: Herzlichen Glückwunsch Martin! Möge er einzigartig sein, eine unbegrenzte Zukunft!

2019.12

Text: Yao Yao (Wien)